Fakten und Fiktion, vom Tisch gefallen

Unsere Spur verliert sich in der Vergangenheit, von der wir uns weg bewegen – hinein in die Zukunft, die als unbestimmter Schatten vor uns liegt, erhellt vom Licht der Möglichkeit.
Manchmal dehnen sich die Momente, bilden flüchtige Räume – Zeit genug für mich, den Augenblick zu erfassen.

Der Junge sprang aufgeregt auf und ab, mit seinem fleckigen T-Shirt winkend, das er sich auf dem kurzen Weg zur Runway ausgezogen hatte, eins der wenigen Kleidungsstücke aus dem A 340, welches die Zeit überdauert hatte. Er war sich der Ironie nicht bewusst, das fadenscheinige Baumwollgewebe wie eine Fahne zu schwenken, mit dem kaum noch erkennbaren, ausgebleichten Motiv »Stairway to Heaven«. Im Glauben, die Piloten könnten ihn sehen, stand er urplötzlich stramm und salutierte mit einer Ernsthaftigkeit, die bei einem Jungen von zwölf Jahren rührend wirkte, aber bei den Älteren unangenehme Erinnerungen wachrief. [ aus »Regen auf fernen Planeten« ]

Manche Beiträge [auf dieser Homepage/in diesem Blog] sind eher fragmentarisch als ausgearbeitet – kein Problem: Fragmente werden immer mehr als Kunstform angesehen.

Lena setzte sich neben die Signalboje. Sol erhob sich über den Horizont, für die Dauer von zehn Minuten begleitet von diesem kalten, blauen Streulicht, das jeden unvorbereitet traf, der es zuvor nicht erlebt hatte. Später schoben sich rotgolden schimmernde Streifen und lange Schatten über die Tharsis-Ebene, bildeten aus dem tiefen Schwarz über Lena eine graue Kuppel, die sich langsam mit zartem Rosa einfärbte.
»Schönheit …,« murmelte sie und wünschte, die Ingenieure bei CALT fänden eine Möglichkeit, sich im Helm Tränen fortwischen zu können.
Erste Staubteufel fegten über das Plateau, wie immer an einem lausig kalten Morgen auf dem Mars. [ aus »Auferstehung« ]

Über Kommentare und Anregungen freue ich mich jederzeit, meint: wenn ich in den flüchtigen Räumen der gedehnten Momente Zeit finde, sie zu lesen.

Ad astra
Magnus